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Zum Thema Feuchtigkeit und andere Schäden

Von: Landesverband Niedersachen-Bremen e.V.
Datum: 14.10.2013 12:17

Rechtsprechung aus dem Verbandsgebiet



Die Ansicht eines Sachverständigen, dass die Schlafräume wegen Veränderung des Taupunktes tagsüber aufgeheizt und vorm Schlafengehen erforderlichenfalls stoßgelüftet werden müssten, um eine angenehme Schlaftemperatur zu erreichen, stellt eine unwirtschaftliche und unzumutbare Maßnahme dar. Treten Feuchtigkeitsschäden ausschließlich im Bereich der Wärmebrücken auf, ist das Mietminderungsrecht nicht dadurch ausgeschlossen, dass die Schäden durch das Heiz- und Lüftungsverhalten der Mieter mitverursacht worden sind.

 Amtsgericht Hannover 425 C 9635/10, 27.06.2012

 

Laut Sachverständigengutachten ist Feuchtigkeit im Keller üblich bei Gebäuden, die aus der Ersterstellung keine wirksame Abdichtung im Kellerbereich haben. Bei einem außergewöhnlichen Fall obliegt die Mängelbeseitigung dem Vermieter. Dieser ist gegeben, wenn die festgestellte Feuchtigkeit in ihrer Intensität das Maß des Üblichen bei derartigen Gebäuden übersteigt.

Amtsgericht Hannover, 451 C 8604/09, 19.01.2012

 

Ein mehrfaches tägliches Lüften von 10 bis 15 Minuten besagt alleine nicht, dass der Mieter auch richtig gelüftet hat und einen vollständigen Austausch der Innenraumluft bewirkt hat. Der Mieter hat sein Lüftungsverhalten seinem jeweils individuellen Nutzungsverhalten der Wohnung anzupassen. Ein fehlerhaftes Nutz- bzw. Lüftungsverhalten liegt vor allem deshalb nahe, weil die Mieter trotz der in der Vergangenheit bestehenden Schimmelpilzbildung an der betreffenden Außenwand diese weiterhin durch einen Schrank großflächig zugestellt haben.

enter site Amtsgericht Winsen (Luhe), 17 C 122/12, 16.04.2012

 

Schadensersatz – Nimmt ein Vermieter den Schadensersatzbetrag der Versicherung des Mieters vorbehaltlos an, so ist es treuwidrig, Monate nach der Regulierung auf Nachforderungen zu bestehen, da den Mietern so die Gelegenheit abgeschnitten war, ihrerseits ihren Versicherungsanspruch weiter auszuschöpfen.

click Amtsgericht Burgdorf, 13 C 170/11, 06.10.2011

 

Die Gebrauchstauglichkeit der Wohnung war durch die defekte Waschbeckenarmatur, die Undichtigkeit der Dusche, dem hieraus resultierenden Feuchtigkeitsschaden an der Schlafzimmerwand und dem wiederum hieraus resultierenden Schimmelbefall um eine Quote von 15% vermindert. Hierbei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass Schimmelbefall gesundheitsgefährdend ist und deshalb eine Mietminderung dieser Größenordnung auch dann gerechtfertigt ist, wenn hiervon nur ein Raum beeinträchtigt ist.

Amtsgericht Bremerhaven, 51 C 1954/09, 16.11.2010

 

Durch einen Sachverständigen festgestellte Wärmebrücken führen dazu, dass sich der Vermieter nicht darauf berufen kann, sein Haus sei nach den geltenden Baunormen errichtet worden. An einem Fehlverhalten des Mieters bestehen dann erhebliche Zweifel und es ist von einer eingeschränkten Nutzbarkeit der Wohnung auszugehen. Der Mieter ist auch berechtigt einen größeren Schrank an der Außenwand aufzustellen, sofern eine gewisse Hinterlüftung sichergestellt ist.

Amtsgericht Tostedt, 3 C 46/09, 28.07.2009

 

Der Mieter hat Anspruch auf eine Mietminderung von 30 % und auf Schadensbeseitigung, wenn bauseits bedingte Feuchtigkeit in den Räumen vorhanden ist, die mit einem zumutbaren Heizen und Lüften nicht beseitigt werden kann.

LG Lüneburg, Urteil vom 22.11.2000 - 6 S 70/00 -

 

Ist das Normklima (20° und 50° relative Luftfeuchte) in Küche und Abstellraum nicht erreichbar und kommt es zu Feuchtebildungen, ist eine Mietminderung von 20 - 30 % angemessen.

follow url AG Hannover, Urteil vom 27.04.2001 - 568 C 19320/98 -

 

Neu bedingte Restfeuchte berechtigt zur Mietminderung von 20 %, wenn der Mieter nur mit verstärktem Heizen und Lüften den Mangel beseitigen kann.

go here AG Hannover, Urteil vom 17.09.1997 - 516 C 14546/96 -

 

Hat der Gutachter teilweise fehlende Wärmedämmung im Dachboden nachgewiesen, sowie eine thermische Unterdimensionierung der Außenwände festgestellt und sind die Feuchtigkeitsschäden auf diese Umstände zurückzuführen, ist die Mietminderung berechtigt, wenn dem Mieter seinerseits kein Verschulden durch mangelhaftes Heizen und Lüften nachgewiesen werden kann.

AG Bremerhaven, Urteil vom 06.10.1998 - 53 C 2533/96 -

 

Abplatzung von Stecknadelgröße im Waschbecken fallen noch unter normale Abnutzung und sind vom Mieter nicht zu vertreten.

follow link AG Neustadt a. Rbge., Urteil vom 26.09.2001 - 40 C 687/01 -

 

Behauptet der Vermieter, der Mieter habe den Mangel nicht rechtzeitig angezeigt, ist er für die Kenntnis des Mieters beweispflichtig. Die Behauptung des Vermieters, der Mangel müsse schon lange vorgelegen haben, reicht nicht aus.

AG Hannover, Urteil vom 10.07.2001 - 555 C 1622/01 -

 

Wenn der Vermieter Veranlassung zur Einschaltung eines Sachverständigen gibt, muss er dessen Kosten aus positiver Vertragsverletzung tragen, wenn sich erweist, dass der begutachtete Mangel dem Verantwortungsbereich des Vermieters zuzurechnen ist.

AG Langen, Urteil vom 27.12.2001 - 2 C 725/01 (I a) -





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